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Burgholzhausen oder: Von Grenzen und Begrenzungen

(Ein paar Bemerkungen aus aktuellem Anlass)

 

Seit gut drei Jahren wohne ich nun am Ortsrand von Burgholzhausen. Direkt auf der anderen Seite der schmalen Zufahrtsstraße hinter unserem Haus beginnen die Felder und ein kleines Wäldchen. Noch. Denn genau dort, direkt hinter unserem Haus, führt auch die Gemarkungsgrenze zwischen Friedrichsdorf-Burgholzhausen und Rosbach-Rodheim und damit (zumindest seit der Gebietsreform von 1972) sogar die Kreisgrenze zwischen Hochtaunuskreis und Wetteraukreis entlang. Sobald ich also wenige Schritte vom Haus weg in Richtung Natur mache, übertrete ich eine Grenze. Nicht nur die zwischen Kultur und Natur, zwischen Wohngebiet und freiem Feld. Nein, auch die zwischen zwei Städten und Landkreisen.

Und hier liegt auch gleich der Hase im Pfeffer – oder im benachbarten Kornfeld , denn soeben habe ich erfahren, dass die Stadt Rosbach beschlossen hat, das ganze Gebiet bis zur Waldstraße als Gewerbegebiet auszuweisen. Sinn und Zweck einer solchen Maßnahme ist natürlich die möglichst baldige Bebauung mit Gewerbeimmobilien. Es existiert sogar schon ein Investor, der dort einen Gewerbepark mit großen Lagerhallen z.B. für Unternehmen der Logistikbranche errichten möchte. Und zwar am liebsten bis direkt an die Burgholzhäuser Bebauungsgrenze.

Was das für uns Anwohnerinnen und Anwohner und die ganzen Vögel und Tiere, die dort einen ihrer wenigen Rückzugsräume haben, bedeutet, mag ich mir gar nicht ausmalen: Lärm, Dreck (schon jetzt staunt man, was Menschen hier so alles gedankenlos – oder böswillig? – wegwerfen, vom Wäscheständer bis zu Autositzen), ein massiv erhöhtes Fahrzeugaufkommen, der Wegfall der unverbauten Aussicht auf den Feldberg und atemberaubende Sonnenuntergänge über dem Taunus, ein idyllisches Plätzchen Erde, das derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird und besonders an seinen Rändern und im angrenzenden Hain zahlreichen Vogelarten, Rehen, Füchsen, Feldhasen und gelegentlich auch Wildschweinen Raum und Heimat bietet.

Ja, so ist das mit den Grenzen: Jemand auf der anderen Seite setzt plötzlich etwas fest, was in seiner Gewalt steht, dessen Auswirkungen aber über die Grenze hinüber zu uns reichen. Wie Lärm, Gestank, Strahlung, nächtliche Lichtverschmutzung. Fessenheim & Co. lassen grüßen. Die Entscheider „auf der anderen Seite“ haben den Nutzen, wir „hier“ die Begrenzungen unserer Freiheit, den Schaden.

Update vom 6.5.2017:

Am Donnerstag fand in Rosbach eine öffentliche Ausschusssitzung zum geplanten Gewerbepark statt. Aus den vorgestellten Plänen der Firma VGP geht klar hervor, dass diese jegliche für uns erträgliche Dimension sprengen werden: Ein bis an unsere Häuser reichender Gewerbepark mit großen, bis zu 15 m hohen und an der Schmalseite möglicherweise bis zu 150 m breiten multifunktionalen Lagerhallen, Rund-um-die-Uhr-Betrieb und 200-500 (oder auch mehr?) Lkw-Bewegungen täglich, mit Spitzenzeiten in den frühen Morgenstunden und am Spätnachmittag und Abend... Lärm, Luft -und Lichtverschmutzung gratis und inklusive. Die für das Klima der umliegenden Orte (Burgholzhausen, Rodheim, Petterweil u..a.) äußerst wichtige Frischluftschneise würde zubetoniert; im Gegenteil würde es durch die riesigen Flachdächer der Hallen zu einer zusätzlichen Lufterwärmung kommen, die die Temperaturen in der Umgebung – erst recht bei der zu erwartenden Klimaerwärmung – im Sommer bis ins Unerträgliche steigen lassen könnte.

Diese Pläne überschreiten selbst für Stoiker die Grenze des Tolerablen bei weitem, und daher formiert sich gerade vehementer Widerstand unter den Anwohnerinnen und Anwohnern, aber auch im Rathaus der Stadt Friedrichsdorf, bei Umweltschutzverbänden und bei einigen einsichtigen Stadtverordneten der Stadt Rosbach v.d.H. Fürs erste habe ich eine neue Homepage gebucht, unter der in Kürze alles Wichtige dazu zu finden sein wird: www.anwohner-weinstrasse-burgholzhausen.de. Erste Informationen und ein Geländeplan, aus dem die Dimensionen der geplanten Hallen ersichtlich werden, bietet unser Flyer: Flyer_20170508-09

Update vom 10.5.2017:

Gestern war ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks vor Ort. Auch ca. 30 Anwohnerinnen und Anwohner, der Burgholzhäuser Ortsvorsteher, Herr Reinhardt, und einige GRÜNE Stadtverordnete aus Rosbach und Friedrichsdorf waren gekommen. Der ausführliche Beitrag wurde am 9.5.2017 in der Hessenschau-Ausgabe von 19.30 Uhr gesendet:

http://hessenschau.de/tv-sendung/video-32902.html

Petrus hatte uns für diesen Ortstermin bestes Wetter bereitet, und so präsentierte sich das Areal beim Drehtermin in all seiner landschaftlichen Schönheit, die nun durch dieses Projekt so stark bedroht ist.

 

„Money, money, money...“ oder: Gute Nachbarschaft sieht anders aus

Es gibt Tage, da kann man sich nur wundern. Zum Beispiel darüber, wie schnell man sich in einem erbitterten Kampf nicht nur um Sachargumente, sondern um die Meinungshoheit in dieser Sache wiederfindet:

Als Reaktion auf die kritische Berichterstattung in der Tagespresse und den o.g. Bericht in der Hessenschau und auf die ablehnenden Äußerungen zum Projekt von Friedrichsdorfer Seite beschuldigt der Rosbacher Bürgermeister, Herr Alber, nun die Burgholzhäuser Bürger und die Friedrichsdorfer Lokalpolitik schlechter Umgangsformen und einer Blockadepolitik. Er vergisst dabei nur zu schnell, dass er es ist, der zündelt. Nicht die Schaffung von Arbeitsplätzen durch einen Gewerbepark an sich ist es, die die Burgholzhäuser Anwohner auf die Straße treibt, sondern der gewählte Standort, die ungleiche Lastenverteilung  und dass man sie quasi vor vollendete Tatsachen stellen möchte. Wenn man Herrn Alber einen solchen Gewerbepark direkt vor die Haustür setzen wollte, wäre er sicher auch nicht erfreut und würde sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Es würde sich vermutlich auch niemand beschweren, wenn man sich auf die im Regionalen Flächennutzungsplan schon als mögliche Gewerbegebiete ausgewiesene Standorte beschränken und eine Ansiedlungmöglichkeit für Rosbacher Unternehmen, für die ansonsten kein Platz vorhanden wäre, suchen würde. Aber dies ist ja gar nicht der Fall! Es geht um einen fremden Großinvestor, der sich zwar als sehr freundlich, sozial und kooperativ darstellt, von dem man aber keineswegs sicher weiß, wie viele von seinen Versprechen er wirklich einhalten kann und will. Dafür will man dann aber an ökologisch empfindlicher Stelle und auf Kosten der Nachbarschaft alles zubetonieren. Und es gäbe weiß Gott genug andere Standorte in Rosbach selbst oder in guter Nähe zur A5, die in vielerlei Hinsicht geeigneter wären und den Nachbarschaftsfrieden nicht in einer solchen Weise gefährden würden. Warum also gerade den Nachbarn vor die Tür ... bauen? Wenn es Herrn Alber wirklich vorrangig um gute Arbeitsplätze für die Region und nicht vielmehr Gewerbesteeureinnahmen für seine klamme Kommune und seine eigene Profilierung ginge, hätte er sich sehr wohl gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen aus der Region auf die Suche nach einem geeigneten Standort machen können. Es würde sich mit Sicherheit Besseres finden!

Herr Alber vergisst auch gerne zu erwähnen, dass er die Friedrichsdorfer lediglich „informiert“ hat und mit sich in keiner Weise über das Ob und Wie und die Ausmaße des Projekts reden lässt. Ein Dialog, der die andere Seite ernst nimmt, der auf die Sorgen und Nöte der Nachbarn eingeht, ist das also schon von seiner Seite aus nicht im mindesten. In wahrer Gutsherrenmanier (Pardon an all jene Gutsherren, die sich zu Recht dadurch beleidigt fühlen!) verfolgt er anscheinend nur den möglichen – im Hinblick auf die Gewerbesteuer aber durchaus fragwürdigen – Gewinn für die eigene Kommune und lässt die Nachbarn mit dem Lärm, den Abgasen und Schadstoffen, der Verkehrsbelastung und der verschandelten Landschaft alleine. Wo ist da die gute Nachbarschaft, die er jetzt von den Friedrichsdorfern lautstark einfordert?

Keine Rede auch davon, dass der gegenwärtige Regionale Flächennutzungsplan auf der Fläche noch gar keine gewerbliche Nutzung zulässt, sondern nur auf 7 der insgesamt 32 Hektar großen gewerblichen Zuwachs- bzw. Erweiterungsfläche. Und dass dies aus guten  ökologischen, immissionsschutzrechtlichen und anderen  Gründen so ist. Es ist auch eine Frechheit, den Burgholzhäusern vorzuhalten, dass man wohlgemerkt: schon vor ca. 40 Jahren bis an die Gemarkungsgrenze gebaut hat, sich selbst aber nicht an den Regionalen Flächennutzungsplan halten zu wollen. Da misst doch wohl jemand mit zweierlei Maß!

 

Update vom 21.5.2017:

Wie war das nochmal mit den Sprechakten? Oder: Fast schon ein Eingeständnis

Manche Regung des Rosbacher Bürgermeisters ist geradezu entlarvend. Während der Friedrichsdorfer Bürgermeister in seinen Äußerungen, jüngst in einem Interview mit der Wetterauer Zeitung, trotz aller Ablehnung des Gewerbeparks Dickmühle einen moderaten, sachlichen Ton anschlägt, hört man aus Rosbach nur Vorwürfe, besonders, man sei von Friedrichsdorfer Seite nicht auf angebliche Gesprächsangebote eingegangen. So heißt es u.a. in einem Schreiben an den Friedrichsdorfer Bürgermeister und einem an die Regierungspräsidentin in Darmstadt, das Herr Alber zunächst nur auf den Rosbacher Facebook-Seiten (!) publiziert hat. Von echten Gesprächsangeboten mit Beteiligungs- und Einwirkungsmöglichkeiten kann bisher aber keine Rede sein. Die bisherige Informationspolitik aus dem Rosbacher Rathaus entsprach eher einem „Friss oder stirb!“ – oder anders ausgedrückt: „Akzeptiert einfach widerspruchslos unsere fragwürdige Vorstellung von guten Arbeitsplätzen und dass ihr eben den Lärm und die Umweltverschmutzung abbekommt!“ Man bekommt zudem den Eindruck, ein kleines gallisches Dorf namens Burgholzhausen habe die Pläne des Rosbacher Bürgermeisters, ohne großes Aufsehen und ohne Gegenstimmen aus der Bevölkerung seine Pläne durch die Stadtverordnetenversammlung zu bringen, durchkreuzt, indem sie diese Pläne nicht nur publik gemacht haben, sondern auch gleich an ihre Vertreter in der Lokalpolitik und die Presse herangetreten sind. Dass der Friedrichsdorfer Bürgermeister die Sorgen seiner Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt, kann wohl keiner ernsthaft bemängeln.

Wenn man genauer hinsieht, muss man auch konstatieren, dass die seitens Herrn Alber vorgebrachten Argumente die Fehlplanung eines 34 ha großen Gewerbeparks an der Dickmühle kaum verschleiern können: Was sind ganze 30 neue Sozialwohnungen, die an der „Sang“ in Ober-Rosbach gebaut werden sollen, angesichts von 600−800 Arbeitsplätzen im vorwiegend unteren Lohnniveau? Mit den Gehältern, die in der Logistikbranche gezahlt werden, kann man sich jedenfalls keine Wohnung in Burgholzhausen oder Rodheim leisten. Man muss den Begriff der Region schon sehr weit fassen, will man Arbeitslose finden, die von diesem Arbeitsplatzangebot wirklich profitieren könnten – was dann nichts anderes bedeutet als eine weitere Zunahme des Individualverkehrs. Um eine Anwesenheit zu Schichtbeginn in den frühen Morgenstunden zu gewährleisten, müsste der ÖPNV nicht nur mit Verbindungen von Friedrichsdorf und Rosbach her massiv ausgebaut werden (Achtung, auch das stellt eine Lärm- und Abgasbelastung der Anwohner dar!), sondern es gibt ja auch kaum Querverbindungen unter den Orten der Region; bisher ist alles auf Frankfurt als Zentrum ausgerichtet. Es gäbe auch unter diesem Aspekt wahrlich geeignetere Standorte, von den vielen ökologischen Faktoren und dem Anwohnerschutz ganz zu schweigen.

Herrn Albers Erwartung, die er seinerseits in dem o.g. Brief an die Regierungspräsidentin ausdrückt, dass die Errichtung des Gewerbeparks zu einer Verminderung des Verkehrsaufkommens führen könne, ist angesichts der Wohnungspreise in der Region und allein der zu erwartenden zusätzlichen 200−500 Lkw-Bewegungen pro Tag hingegen geradezu absurd! Man kann nur hoffen, dass die Regierungspräsidentin, bei der man ja keine genauere Kenntnis der Gegebenheiten vor Ort voraussetzen darf, dieses Manöver und diese gezielte Fehlinformation durchschaut! Ganz abgesehen davon, dass ein solcher Gewerbepark den Burgholzhäusern nicht im mindesten zugute käme: Ich kenne keinen einzigen Anwohner im Gebiet um die Weinstraße, der arbeitslos wäre. Im Gegenteil: Die Anwohnerschaft setzt sich fast ausschließlich aus Akademikern, Besserverdienenden und Ruheständlern zusammen. Von den hier im näheren Umkreis Wohnenden braucht niemand einen schlecht bezahlten Logistik-Arbeitsplatz! Und ganz bestimmt wird niemand hier einen gut bezahlten Job aufgeben, nur um künftig für wesentlich weniger Geld vor der Haustür arbeiten zu können. Denn nach kurzem wäre dann nicht mehr genug Geld für die bisherige Wohnung vorhanden... Nein, wir werden Ihnen nicht dankbar für die Schaffung von Arbeitsplätzen ohne jegliches Augenmaß um den Hals fallen, Herr Alber! Geben Sie bitte nicht vor, unsere Bedürfnisse besser zu kennen als wir selbst! Sie zeigen damit nur Ihre mangelnde Bodenhaftung und fehlenden Sinn für die Nöte und Sorgen der Anwohner. Wenn es so wunderbar ist, solch ein Gewerbepark in unmittelbarer Nähe zu haben, warum bauen Sie ihn dann nicht vor Ihre eigene Haustür (oder wandeln die bald frei werdenden REWE-Flächen dazu um)? Stattdessen setzen Sie ihn an den äußersten Rand Ihrer Kommune, weit weg von den Häusern Ihrer Wähler (2018 lässt grüßen!), aber uns direkt vor die Nase. Das macht Ihr Argument zutiefst unglaubwürdig!

Aufschlussreich, wenn auch den Fakten widersprechend, ist auch die Behauptung in jenem Schreiben, Herr Alber habe das Gespräch mit dem Friedrichsdorfer Bürgermeister und dem Burgholzhäuser Ortsvorsteher gesucht. Nein, er hat beide lediglich „informiert“, so sein eigener wiederholter Sprachgebrauch, z.B. auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Bau- und Planungsausschuss am 4.5.2017. Das Wort selbst gibt schon Auskunft darüber, dass dies eine einseitige Kommunikation ist: Einer informiert/spricht, der andere nimmt zur Kenntnis/hört zu. Ein Gespräch, das diesen Namen verdient, würde hingegen eine wechselseitige Kommunikation – am besten auf Augenhöhe –, einen Dialog voraussetzen. Wer sein Gegenüber einfach nur informiert, ist an einem ergebnisoffenen Gespräch, an einer Lösung, die das Gegenüber, den Nachbarn, mit einbezieht, nicht interessiert. Da steht schon fest, was dabei herauskommen soll. Widerspruch zwecklos, Gegenargumente unerwünscht. Die Schaffung von Arbeitsplätzen, und seien die Rahmenbedingungen noch so fragwürdig, dient dann als Totschlagargument, das jegliche Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Standortwahl und konkreten Planungen im Keim ersticken soll. Eine weitsichtige Planung, der es wirklich um die in der Region Wohnenden geht, würde hingegen a) mit konkreten Zahlen operieren [Wie hoch ist der Bedarf an Arbeitsplätzen in der Logistikbranche und den unteren Lohngruppen de facto? Welche Erschließungskosten kommen auf die Stadt Rosbach, welche auf den Investor zu, erst recht, wenn eine Abwasserentsorgung nicht über Burgholzhausen möglich ist und andere teure Maßnahmen zum Umwelt- und Anwohnerschutz nötig werden? Sind die Gewinnerwartungen realistisch?] und b) von vorneherein einen Standort suchen, bei dem der zu erwartende Nutzen und die Lasten nicht derart ungleich verteilt sind. Und wenn diejenigen, die jetzt noch meinen, die Belastung durch Lärm und Abgase werde schon nicht so schlimm und der geplante Gewerbe-"Park" so schön grün werden wie in den Hochglanz-Präsentationen der Firma VGP, in den frühen Morgenstunden von krachenden Paletten und die Straße entlangdonnernden Lkw aus ihren Träumen gerissen werden und beim Spaziergang mit dem Hund Atemprobleme bekommen, wird niemand mehr auch nur im entferntesten an einen Rückbau des Gewerbeparks denken. Die jahrelange Bauruine BER sollte uns eigentlich lehren, planerische Details nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und allzu vollmundigen Versprechen von Investoren und Bauplanern besser nicht zu viel Vertrauen entgegenzubringen!

Auch das Argument, man wolle ja auch lokales Gewerbe ansiedeln, vermag nicht zu überzeugen: Die in den gegenwärtigen Plänen ausgewiesene Fläche von 6-7 ha entspricht genau der Fläche, die an Boral und das Zementwerk angrenzend schon als gewerbliche Erweiterungsfläche im Regionalen Flächennutzungsplan ausgewiesen und genehmigt ist! Wenn es Herrn Alber also um die Ansiedelung lokalen Gewerbes ginge, könnte er dies ohne Probleme und vermutlich auch ohne nennenswerte Einsprüche aus Burgholzhausen tun, da dann auch nötige Abstände zur Wohnbebauung gewahrt blieben, eine einigermaßen große Frischluftschneise für die umliegenden Orte erhalten werden könnte sowie ein Minimum an Schutz für die Erlenbachauen gewährleistet wäre. Nein, es geht ihm ganz offensichtlich vorrangig doch um den Großinvestor VGP und seine eigene Profilierung!

Insofern ist die Argumentation, die da aus Rosbach kommt, äußerst fadenscheinig. Wollte da jemand in aller Stille Fakten schaffen und fühlt sich jetzt durchschaut? Wollte er nach einem positiven Votum in Rosbach, weil die Betroffenen von nichts wussten und deshalb auch keinen Widerstand äußern konnten, gleich die Sommerpause nutzen, um das Projekt möglichst weit durch alle Gremien zu bringen? Ganz nach dem Motto „Zu den öffentlichen Anhörungen ist ja kaum jemand erschienen – also scheint es auch kaum jemanden zu stören“? Und nun, da wir Burgholzhäuser Lärm gemacht haben – und zwar keineswegs um „nichts“, sondern um in unseren Augen eklatante Nachteile, die wir um der Profilierungswut eines einzelnen auf uns nehmen sollen –, ist jetzt kein Argument zu schade, um es vorzubringen, sei es noch so zweifelhaft und die Intention, den Gegner mit allen möglichen Mitteln, auch Halbwahrheiten, zu diskreditieren, noch so offensichtlich.

 

Nun aber genug der Worte! Machen Sie sich doch selbst anhand der Fotos hier ein Bild, welch schöne Blicke und Stimmungen unwiederbringlich verloren gehen, falls diese Pläne Realität werden! Noch mehr Impressionen von der näheren Umgebung gibt es übrigens auf meiner Foto-Seite, und einige meiner Fotos sind auch als Teil meiner Selfpublisher-Kalender, als Leinwand oder Puzzle über CALVENDO und den Buchhandel erhältlich.

 

Bilder, wie es sie in Zukunft nicht mehr geben wird, wenn die Pläne umgesetzt werden:

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